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Der centenaire und der Geschichtsunterricht in Deutschland

La prestation de serment. Carte postale, 1915.
© D.R.
Image locale (image propre et limitée à l'article, invisible en médiathèque)

Würde man heute, im Frühjahr 2013, einen deutschen Geschichtslehrer auf die bevorstehende „Jahrhundertfeier“ ansprechen, würde man wahrscheinlich als Antwort bekommen: „Welche Jahrhundertfeier?“ Der Erste Weltkrieg ist nämlich weitgehend aus dem öffentlichen Bewusstsein in Deutschland verschwunden und auch im schulischen Geschichtsunterricht spielt es keine herausragende Rolle mehr.

Das Problem, das keines mehr ist: Kontinuität und Bruch in der deutschen Geschichte

Das war nicht immer so. Noch bis in die 1970er Jahre nahm die Frage nach der „Kriegsschuld“ und die Auseinandersetzung mit den Thesen des Hamburger Historikers Fritz Fischer, der der deutschen Reichsleitung die entscheidende Verantwortung für den Ausbruch des Ersten Weltkriegs zuschrieb, einen bedeutenden Platz im schulischen Geschichtsunterricht ein. In allen Büchern gab es historiographische Dossiers, die Fischers Interpretation der Juli-Krise mit den Positionen seiner Kritiker konfrontierten und Auszüge aus den einschlägigen deutschen diplomatischen Schlüsseldokumenten präsentierten. Heute, da die Fischer-Kontroverse selbst Geschichte geworden ist, und eine kritischere Sicht auf die deutsche Politik vor 1914 sich in Deutschland weitgehend durchgesetzt hat, sind diese ausführlichen Dossiers verschwunden. Jedoch offenbart die didaktische Inszenierung die Bedeutung, die der Erste Weltkrieg in der alten Bundesrepublik vor der Vereinigung mit der DDR hatte: Im Mittelpunkt stand die Frage nach der Kontinuität deutscher Außenpolitik zwischen 1870, 1914 und 1939. Waren die europäischen Großmächte 1914 nicht in den Krieg „hineingeschlittert“, sondern gab es 1914 eine deutsche Absicht, den Krieg auszulösen, dann konnten die Diktatur der Nationalsozialisten und die nationalsozialistische Expansion nicht einfach als „Betriebsunfall“ der deutschen Geschichte erscheinen, sondern als das Ergebnis eines „Bündnis der Eliten“, als Endpunkt der, wie Fischer formulierte, „Kontinuität der Machtstrukturen in Deutschland 1871-1945“. Heute ist, wie gesagt, diese Debatte entschieden, die überwiegende Verantwortung der deutschen Reichsleitung bei der Auslösung des Ersten Weltkriegs wird in der Wissenschaft nicht mehr bestritten und die Schulgeschichtsbücher setzen diese Sicht so um, dass aktuelle deutsche Schulgeschichtsbücher die deutsche Außenpolitik vor 1914 oft kritischer darstellen als französische Bücher.

Der Erste Weltkrieg im Geschichtsunterricht des föderalen deutschen Bildungssystems

Schule und Unterricht werden in Deutschland nicht wie in Frankreich zentral verwaltet. Vielmehr entscheiden die einzelnen Bundesländer, die in Fragen von Erziehung und Bildung souveräne Staaten sind, über Schulformen und Unterrichtsinhalte. Daher gelten in Deutschland bis zu 16 verschiedene Lehrpläne (nicht nur) für das Fach Geschichte, die sehr unterschiedliche Ansätze verfolgen. Mit Blick auf den Ersten Weltkrieg kann als grobe Orientierung folgender Befund festgehalten werden :

  • Auf den Schulstufen, die dem französischen Collège entsprechen, wird Geschichte je nach Bundesland ein oder zwei Stunden pro Woche unterrichtet, wobei eine deutsche Schulstunde 45 Minuten dauert. Die Lehrpläne widmen in einem chronologischen Durchgang durch die Geschichte dem Ersten Weltkrieg zwischen 4 und 7 Stunden. Oft wird der Unterricht unter das Signum „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ gestellt. Rheinland-Pfalz, das direkt an Frankreich grenzt, schlägt sogar eine Exkursion nach Verdun vor.
  • In der Schulstufe, die dem französischen Lycée entspricht – die drei Jahre, die auf die Abiturprüfung vorbereiten –, ist der Erste Weltkrieg aus den Lehrplänen, außer in Nordrhein-Westfalen, fast verschwunden. Der Unterricht erfolg in der Regel in thematischen Längsschnitten. Der Erste Weltkrieg kommt hier nicht mehr vor, oder aber er erscheint – sofern das 19. Jahrhundert behandelt wird – nur als Endpunkt des Imperialismus des 19. Jahrhunderts, ohne dass der Krieg als solcher, die Kampfhandlungen und die Zerstörungen, thematisiert würde.

Dieser Befund macht deutlich, dass der Erste Weltkrieg für die Deutschen nicht der „Große Krieg“ ist.

Gedenktage in deutschen Schulen

Spezielle schulische Gedenk- oder Erinnerungstage an Ersten Weltkrieg gibt es erst recht nicht. Bei aller Verschiedenheit der 16 Bundesländer lassen sich jedoch zwei Daten festmachen, die in ganz Deutschland im Unterrichtsbetrieb besonders beachtet werden. Das ist zum einen der 9. November, das sicherlich komplizierteste Datum der neueren deutschen Geschichte, das zugleich zeigt, wie die Erinnerung an den Ersten Weltkrieg von anderen, für das heutige Deutschland wichtigeren Ereignissen verstellt wird. Am 9. November 1918 riefen zunächst der Sozialdemokrat Philipp Scheidemann die „deutsche Republik“ und wenig später der Spartakist Karl Liebknecht die „freie sozialistische Republik Deutschland“ aus, am 9. November 1923 putschte Adolf Hitler in München (der berühmte „Marsch auf die Feldherrnhalle“), am 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer. Aber diese Ereignisse werden vom 9. November 1938 überschattet: von der Reichspogromnacht, als die Nationalsozialisten einen Pogrom gegen die jüdischen Bevölkerung in Deutschland entfesselten, der nur an wenigen Orten auf Widerstand unter der nicht jüdischen Bevölkerung stieß (wie z.B. in Berlin, wo die „Neue Synagoge“ durch das mutige Eingreifen eines nichtjüdischen Polizeioffiziers gerettet wurde). Fast überall in Deutschland wurden die Synagogen in Brand gesteckt, jüdische Geschäfte und Wohnungen geplündert. Alljährlich finden heute am 9. November in nahezu allen deutschen Städte Gedenkfeiern an den ehemaligen Standorten der zerstörten Synagogen oder an besonderen Mahnmalen statt, die nicht selten von Schülern organisiert werden. Diese Veranstaltungen gelten in Deutschland als immens wichtig für die historisch-politische und staatsbürgerliche Bildung der Jugend, weil sie – neben dem Gedenken an die Opfer – das Versagen der deutschen Öffentlichkeit und besonders der deutschen Eliten thematisieren und damit einen starken Impuls für ein Engagement im Sinne demokratischer Werte geben. Das zweite in allen Schulen der Bundesrepublik beachtete Gedenkdatum ist der 27. Januar, der internationale Auschwitz-Gedenktag, der Tag an dem im Jahr 1945 die Rote Armee das Konzentrationslager Auschwitz befreite. Seit 1996 ist er ein Gedenktag in der Bundesrepublik.

Die Diktatur der Nationalsozialisten hat mithin einen zentralen Stellenwert für schulischen Geschichtsunterricht. Sie ist die Negativfolie, vor der die Bundesrepublik sich als erste erfolgreiche Demokratie der deutschen Geschichte definiert. Das gilt noch mehr seit der Vereinigung der beiden deutschen Staaten 1990. Der zweiten deutschen Diktatur, die DDR, kommt seitdem eine besondere Bedeutung zu, weil der Vereinigungsprozess mit der Bundesrepublik zwei völlig verschieden geprägte Gesellschaften zusammenführte, die immer noch die Verhältnisse im vereinigte Deutschland der Gegenwart prägen. Die Geschichte der DDR ist darum unerlässlich, um manche ökonomischen, sozialen oder politischen Verwerfungen im vereinten Deutschland zu verstehen.

Somit haben zwei Ereignisse für den Geschichtsunterricht in Deutschland eine zentrale Bedeutung: die Diktatur der Nationalsozialisten und die Geschichte der deutschen Teilung bis zur Vereinigung beider deutscher Staaten 1990.

Der „Große Krieg“ der Deutschen

Vor diesen Ereignissen verblasst der Erste Weltkrieg. Wenn von Krieg die Rede ist, dann fast immer mit Blick auf den Zweiten Weltkrieg, der für die Deutschen der – um die französische Begrifflichkeit zu verwenden – „Große Krieg“ ist. Man muss sich einige Zahlen in Erinnerung rufen, um diesen signifikanten Unterschied im Vergleich mit Frankreich zu verstehen. Im Zweiten Weltkrieg fielen etwa 4,5 Millionen deutsche Soldaten, 1945 befanden sich etwa 11 Millionen deutsche Soldaten in Kriegsgefangenschaft, etwa 2 Millionen deutsche Zivilisten verloren in Folge des Krieges (Bombenangriffe, Flucht aus den Ostgebieten) ihr Leben, etwa 12 Millionen Deutsche verloren ihre Heimat östlich von Oder und Neiße. Der Erste Weltkrieg fand demgegenüber so gut wie nicht auf deutschen Boden statt. Auch wenn die deutsche Bevölkerung natürlich von dem Krieg betroffen war, man denke nur an die 2 Millionen gefallenen deutschen Soldaten oder an die Folgen der englischen Blockade, so sind diese Ereignisse heute vom viel präsenteren Zweiten Weltkrieg verdrängt worden. Im Gegensatz zu Frankreich gibt es in Deutschland keine Soldatenfriedhöfe mit Gefallenen des Ersten Weltkriegs, sondern (abgesehen von den langen Listen der Gefallenen in den Kirchen oder auf Gedenksteinen in kleineren Orten), mit wenigen Ausnahmen nationalistische Kriegerdenkmäler aus den 1920er Jahre, deren Aussagen heute als militaristisch und chauvinistisch abgelehnt werden. Wohl aber befindet es in jeder deutschen Stadt ein Gedenkort, der an die Verbrechen der Nationalsozialisten erinnert.

Wenn in deutschen Familien heute über Krieg gesprochen wird, so sind es in der Regel nicht die Geschichten des Urgroßvaters oder des Großvaters, der im Ersten Weltkrieg bei Tannenberg, vor Verdun oder an der Somme kämpfte, sondern es wird vom Großvater oder Vater gesprochen, der im Zweiten Weltkrieg an der Ostfront oder in russischer Gefangenschaft war. Ferner werden in den Familien die Erlebnisse der Großmütter oder der Eltern erzählt, die diesen Krieg als Kinder erlebten: Berichte von den Nächten in Kellern und Bunkern während der alliierten Bombenagriffe auf deutsche Städte, von Tieffliegerangriffen oder von der Flucht vor der Roten Armee im Februar 1945 aus Ostpreußen. Diese familiäre Erinnerung ist für den Geschichtslehrer und Historiker insofern problematisch, als die Deutschen hier als Opfer erscheinen, die sie subjektiv in ihrem persönlichen Erleben gewiss waren – aber damit wird der ursächliche Zusammenhang der Ereignisse oft auf den Kopf gestellt, so als sei der Krieg nicht von Deutschland ausgegangen. Vor diesem Hintergrund hat der schulische Geschichtsunterricht eine wichtige aufklärerische Funktion, um Mythenbildungen vorzubeugen. Der Erste Weltkrieg spielt dabei keine zentrale Rolle.

Skepsis gegenüber Militär- und Kriegsgeschichte

Er ist jedoch insofern davon betroffen, als 1945 als fundamentaler Bruch verstanden wird. Das nunmehr wieder vereinigte Deutschland begreift sich als ein demokratischer und friedlicher Staat, der die bis 1945 dominierenden Tendenzen der deutschen Geschichte zwar nicht verleugnet, sich aber von ihnen positiv abheben will. Daraus resultiert eine große Skepsis gegenüber Militär- und Kriegsgeschichte und gegenüber jeder Form des öffentlichen Auftretens der Armee. Darum veranstaltet die Bundeswehr keine Militärparaden. Als es noch die Wehrpflicht gab, sie wurde 2011 ausgesetzt, und öffentliche Gelöbnisse der Rekruten stattfanden, wurden diese stets von Demonstranten gestört, denn Militär – so ihre Überzeugung – gehöre nicht in das Feld der Zivilgesellschaft, auf öffentliche Plätze und Straßen, sondern in die Kasernen und erst recht nicht in die Schulen. So werden in diesem Jahr 2013 drei Schulen mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet, die in ihren Räumen keine Informationsveranstaltung mit der Bundeswehr durchführen, denn – so die Begründung – junge Menschen sollen „sich für Freiheit und Gerechtigkeit in Frieden, ohne Gewalt und Krieg, stark machen“. Vertreter einer Armee könnten diesen Auftrag nicht erfüllen.

Im Geschichtsunterricht werden militärische Abläufe oder die Abfolge von Schlachten so gut wie nicht behandelt. Deutsche Soldaten erscheinen im ihrem Tun nicht als Helden oder militärische Vorbilder, sondern bestenfalls als Verführte und Verblendete, deren Erfolge im Zweiten Weltkrieg das Funktionieren der Konzentrationslager sicherstellte. Ein irgendwie positiver Blick auf das Handeln deutscher Soldaten vor 1945 ist sogar mit Blick auf den militärischen Widerstand gegen Hitler nur in Grenzen möglich.

Die Distanz zum Deutschen Kaiserreich

Auch die Soldaten des Ersten Weltkriegs und ihre militärischen Aktionen bilden für die Deutschen jenseits der nationalistischen, rechtsextremen Milieus keine Projektionsfläche für positive nationale oder patriotische Identifikationen. Eine Inschrift, wie die im Invalidendom an den letzten französischen Poilu erinnert „la Nation temoigne sa reconnaissance envers ceux qui ont servi sous ses drapeaux en 1914-1918“ wäre in Deutschland undenkbar, weil die Bundesrepublik sich eben nicht mit dem Deutschen Kaiserreich identifiziert, sondern sich als ein demokratischer Gegenentwurf versteht, während die V. französische Republik sich auf die demokratischen und republikanischen Werte der III. Republik bezieht und sich bewusst in die Kontinuität der französischen Geschichte stellt. Die Vorgaben der Lehrpläne machen dieses unterschiedliche Verhältnis zur Vergangenheit deutlich. Im aktuellen französischen Lehrplan der Première wird auf die III. Republik mit der Formulierung „L'enracinement de la culture républicaine (les décennies 1880 et 1890)“ verwiesen. Der in Nordrhein-Westfalen, dem größten deutschen Bundesland, im Jahr 1999 eingeführte Lehrplan für das Fach Geschichte der Klassenstufen, die dem Collège entsprechen, stellt das Deutschen Kaiserreich unter das Signum „Der Staat als Kasernenhof“.

Die hier exemplarisch deutlich werdende Distanz und Abgrenzung zu den Ereignissen der eigenen Geschichte bestimmen auch die Darstellungen, die die deutschen Schulbücher von den Kampfhandlungen geben. Oft sind Feldpostbriefe und zu ihren Aussagen passende Fotographien die Leitmedien der didaktischen Inszenierung. Sie zeigen wie auf anfängliche Begeisterung der Soldaten tiefe Ernüchterung folgte, sobald sie die Realität des Krieges erlebten. Die Dokumente enden häufig mit dem nüchternen Hinweis auf den Tod des Protagonisten. Die Schüler lernen hier, dass soldatisches Handeln im Grunde sinnlos ist, weil es menschliche Umgangsformen zerstört. Es kann daher, erst recht mit Blick auf die heute absurd wirkenden deutschen Kriegsziele, keinerlei Vorbildfunktion ausüben oder Gegenstand eines positiven Gedenkens sein. Daher wäre eine Formulierung, die im Rapport Zimet einen für Frankreich wichtigen Aspekt des Centenaire beschreibt – „Le Centenaire révèlera en effet aux Français l’effort inouï dont ils furent capables, ensemble, il y a cent ans. Il fera résonner, au sein du corps social, le souvenir de l’incroyable transhumance collective que les Français accomplirent durant «leur» Grande Guerre.“ (S. 12) – in Deutschland undenkbar.

An den Ersten Weltkrieg erinnern

Diese Beispiele zeigen aber auch, dass die politischen und militärischen Ereignisse des Ersten Weltkrieges heute nicht mehr Gegenstand von verzerrenden, die anderen Nationen herabsetzenden Darstellungen und Interpretationen sind. Und das ist mit Blick auf die Darstellungen, die deutsche und französische Schulbücher in der Vergangenheit gaben, ein großer Fortschritt, den wir aber allzu leicht übersehen, weil die deutsch-französischen Beziehungen sich heute zu Beziehungen zwischen engen Partnern entwickelt haben. So sind es nicht mehr die historischen Ereignisse die Deutsche und Franzosen trennen, sondern es sind die spezifischen Erinnerungskulturen und die didaktischen Inszenierungen, die Missverständnisse auslösen können, weil die Gefahr besteht, dass aus Unwissenheit jeder die Erinnerungs- und Unterrichtsformen des anderen mit den eigenen Wahrnehmungsmustern deutet, was zu fatalen Kurzschlüssen führen kann.

Das gemeinsame Gedenken an den Ersten Weltkrieg besteht daher vor allem im Bewusstmachen dieser unterschiedlichen Annäherungen an Geschichte. Das schütz vor Fehlwahrnehmungen und einseitigen Deutungen, weil die Relativität der eigenen Positionen deutlich wird. Eine solche gemeinsame und dennoch die verschiedenen Betroffenheiten und Perspektiven berücksichtigendende Darstellung hat z.B. das deutsch-französische Geschichtsbuch realisiert. Die hier gewählte bi-nationale Perspektive reduziert den Krieg keineswegs auf einen deutsch-französsichen Krieg. Sie wird vielmehr den Bedürfnissen eines pluralen europäischen Gedenkraums in besonderer Weise gerecht, weil sie zeigt, dass es die eine, einheitliche Sichtweise nicht gibt, sondern dass der jeweilige Standpunkt und die Deutungsbedürfnisse einer Gegenwart die Sichtweisen bestimmen. In diesem Sinn können Deutsche und Franzosen, so wie im Rapport Zimet beschrieben – „La création d’un socle mémoriel et culturel franco-allemand solide et confiant sera déterminant pour la réussite du Centenaire“ (S. 24) – fruchtbar, mit Blick auf Europa zusammenarbeiten. Dazu gibt es, neben den Projekten der großen nationalen Museen, vielversprechende regionale und lokale Ansätze, die die unterschiedlichen individuellen, nationalen und gesellschaftlichen Sichtweisen auf den Krieg nachvollziehbar machen und Anlass für wechselseitigen Austausch bieten. So bereitet z.B. der niedersächsische Geschichtslehrerverband für Februar 2014 eine Tagung in Hannover vor, die die deutsch-französische Perspektive besonders beachtet oder das kulturgeschichtliche Museum der Stadt Osnabrück hat ein deutsch-französisches Projekt gestartet, in dem Schüler beider Länder gemeinsam eine Ausstellung zum Ersten Weltkrieg erarbeiten.