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Frankreich > Gedenktourismus in Reims

Gedenktourismus in Reims

Centre d'interprétation de Suippes
© Carmen Moya
Image locale (image propre et limitée à l'article, invisible en médiathèque)

Nur wenige Städte wurden im ersten Weltkrieg so stark zerstört wie Reims, das fast vollkommen dem Erdboden gleichgemacht wurde. Der Brand der Kathedrale am 19. September 1914 und die 1 051 Tage Artilleriebeschuss werden 1919 mit der Aufnahme der Stadt in die Ehrenlegion geehrt. Zahlreiche Gedenkstätten erinnern heute an das unermessliche Leid der Bevölkerung der Stadt im Ersten Weltkrieg. 

Das Fort de la Pompelle

In der Region von Reims war das Fort de la Pompelle, auf einem Felsvorsprung acht Kilometer von der „Cité des Sacrés“ entfernt, mit der Verteidigung der Stadt Reims betraut. Es ist eine der wenigen Stellungen, die während des Krieges in den Händen der Alliierten bleiben sollte. In der heutigen Zeit gehört das Museum Fort de la Pompelle zu den unumgänglichen Gedenkstätten des Ersten Weltkrieges und kommt vor dem Centenaire 2014 in den Nutzen eines umfangreichen Renovierungsprogramms.

Es handelt sich um eine der wenigen öffentlich zugänglichen Gedenkstätten, die noch die Narben der Kämpfe trägt. Zudem befinden sich in der Nähe noch weitere Gedenkstätten und Solldatenfriedhöfe (Denkmal des russischen Expeditionskorps, Grabstele für die Kämpfer von La Pompelle, „Vauthier“-Gedenksäule der mexikanischen Kriegsveteranen, Gedenksteine und -platten der Regimenter des Forts).

Das Museum des Forts verfügt über umfassende Sammlungen zum Thema Erster Weltkrieg, darunter die Kollektion Charles Friese, einzigartig auf der Welt mit ihren rund 560 Helmen der deutschen Armee.

Das Denkmal der Schwarzen Armee

Das Werk von Paul Moreau Vauthier, das Denkmal für die Helden der Schwarzen Armee von Reims, eingeweiht 1924, wird wiedergeboren. Dieses Denkmal „Zeuge der Ehre, die den „von Frankreich adoptierten Kindern, gefallen im Kampf für Freiheit und Zivilisation gebührt“, nimmt einen einzigartigen Platz in der lokalen, nationalen und kolonialen Geschichte ein. Es stand auf einem Sockel aus schwarzem afrikanischem Granit, in den die Namen der großen Schlachten eingraviert waren, an denen afrikanische Truppen im Ersten Weltkrieg beteiligt waren. Auf diesem Sockel stand eine Bronzeskulptur mit der Darstellung einer Gruppe afrikanischer Soldaten der Kolonialarmee.

Das Denkmal wurde bei Ankunft der deutschen Truppen in Reims im September 1940 zerstört und verließ den Bahnhof von Reims auf einem Eisenbahnwaggon in unbekannte Richtung. Im November 2013 bekommt die Stadt ein identisches Denkmal zurück.

Das Interpretationszentrum Suippes

Das Centre d'Interprétation Marne 14-18 de Suipppes liegt an der ehemaligen Champagne-Front zwischen den Schlachtfeldern von Verdun und Chemin des Dames. Marne 14-18 wurde auf 600 m² Ausstellungsfläche eingerichtet, nach einem modernen interaktiven Konzept: es bietet eine lebendige, moderne und humanistische Präsentation des Ersten Weltkrieges. Eine umfassende ikonographische Sammlung und zahlreiche Zeugnisse von Soldaten und Zivilisten zeigen die ganze Erbitterung und Grausamkeit der Kämpfe.

Interaktive Säulen informieren in lebendiger Weise über die Geschichte der Männer und Frauen im Ersten Weltkrieg. Der Besucher kann sich in das Schicksal einer Person in den Wirren des Krieges einfühlen. Momente aus dem Leben eines Soldaten oder Zivilisten nehmen Formen an. Jeder Besucher hinterlässt seine Fingerabdrücke, und ein spezielles Computerprogramm teilt ihm nach dem Zufallsprinzip und seinem Geschlecht ein Schicksal zu. Der Besucher durchlebt dann an 5 Stationen auf dem Parcours in Marne 14-18 die Abenteuer seines Protagonisten. Jede Station stellt ein Ereignis in der persönlichen Entwicklung des Protagonisten dar.

Zahlreiche stumme Zeugen erinnern auf dem Gebiet von Suippes und der benachbarten Gemeinden an die Kämpfe. Ob größere oder bescheidenere Denkmäler, alle erzählen von der Intensität des Engagements der Soldaten, die aus so vielen verschiedenen Richtungen hier zusammenkamen, manchmal von sehr weit her: Russen, Polen, Amerikaner, Afrikaner... Diese Orte sind Teil von Marne 14-18 und bilden das Herz des Rundgangs „Emotionsgeladene Erde – in den Fußstapfen der Armeen der Champagne“.

Auf den Wegen der Erinnerung

Im Rahmen der Gedenkprojekte für den Centenaire des Ersten Weltkrieges werden in der Region rund um Reims Wanderwege angelegt, die diese Periode der Geschichte nachzeichnen.

Über 250 Stätten der Erinnerung konnten in diesem Gebiet verzeichnet werden, und mehrere Wanderwege sind in Vorbereitung. Das gesamte Wegenetz ist Gegenstand eines speziellen Programms für die Zeit von 2014 bis 2018. Das Fremdenverkehrsamt Office de tourisme de Reims bietet ebenfalls mehrere Wanderwege der Erinnerung zu Themen wie „Die Argonnenoffensive“, oder „Die Ebene der Champagne“.

Ein „Pass Reims 14-18 » gewährt freien Zugang zu drei der bedeutendsten Schauplätze der beiden Weltkriege in der Champagne sowie zum Stadtzentrum entlang des abgesteckten Weges „Wiederaufbau Reims 1920-1930“.