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Frankreich > Gedenktourismus an den Ufern der Meuse

Gedenktourismus an den Ufern der Meuse

Camp Marguerre
© Gérard Guittot
Image locale (image propre et limitée à l'article, invisible en médiathèque)

Das Departement Meuse, ein lothringisches Gebiet, das an Deutschland und Belgien grenzt, galt als entscheidender Trumpf. Die Frontlinie verlief quer durch dieses Gebiet, das 1916 zum Schauplatz der berüchtigten Schlacht von Verdun wurde und das während des gesamten Krieges seine wichtige strategische und symbolische Bedeutung beibehalten sollte. Von den Argonnen bis Saillant de Saint-Mihiel, von Vauquois bis Eparges hinterließ die Gewalt der Kämpfe bleibende, tiefe Narben. Von Granaten zerfurchte Landschaften, Ruinen militärischer Bauwerke, völlig zerstörte Dörfer – das einstige Schlachtfeld an der Meuse ist heute ein einziges riesiges Freilichtmuseum der Überreste des Ersten Weltkrieges.

Das Schlachtfeld von Verdun

Der Vernichtungskrieg, der auf dem Schlachtfeld von Verdun stattfand, hat sich tief in die kollektive Erinnerung eingegraben. Seit Beginn des Krieges 1914 gelten die Zitadelle von Verdun und die umgebenden Festungsreihen als Schlüsselstellung in den französischen Verteidigungslinien. Im Jahr 1916 entscheiden die deutschen Strategen, diese Stellung zu erobern. Die Schlacht dauert von Ende Februar bis Dezember 1916. In 300 Tagen ununterbrochener Kämpfe werden 26 Millionen Garanten abgefeuert – entsprechend 6 Geschossen/m² auf etwa 17 000 ha –, 400 000 Soldaten werden verletzt, und über 300 000 fallen oder gelten als vermisst. Nach dem Krieg wurde das Schlachtfeld aufgeforstet. Das Gebiet wurde zu einem Schutzgebiet erklärt, das die Natur zurückerobert hat, und kann heute auf den Wegen durch die „verbotenen Wälder“ als Freilichtmuseum besichtigt werden. Zahlreiche militärische Bauwerke wie die Forts von Douaumont und von Vaux sowie andere historische Stätten wie die Ruinen der zerstörten Dörfer bieten sich zur Erkundung an.

Erinnerung und Geschichte: Douaumont, das Mahnmal und Verdun

Nach dem Waffenstillstand hat Monseigneur Ginisty, auch als „Soldatenbischof“ bekannt, den Wunsch, den nicht identifizierten menschlichen Überresten des Schlachtfeldes ein christliches Begräbnis zu gewähren, an dem die überlebenden Familien Einkehr an den Gräbern ihrer Vermissten finden können. Ab 1920 werden dann ungefähr 130 000 nicht identifizierte französische und deutsche Leichen in einem provisorischen Ossuarium zusammengeführt. Im Jahr 1932 wird dann das Mahnmal eingeweiht und zum nationalen Kriegsgräberfeld von Fleury-devant-Douaumont ernannt. Hier ruhen die Gebeine von über 16 000 französischen Soldaten, von denen mehrere hundert aus den früheren Kolonien stammen. Zusammen mit den daneben errichteten moslemischen und jüdischen Mahnmälern lädt dieser Ort zur Besinnung ein, wie auch das symbolträchtige Denkmal des Bajonettgrabens Verdun oder dem deutschen Soldatenfriedhof des Fort de Douaumont.

Das Mahnmal, dessen museale Neugestaltung für 2016 angekündigt ist, zeichnet die Geschichte der Schlacht von Verdun anhand einer einmaligen Sammlung von Waffen, Fahrzeugen, Objekten und Sonderausstellungen nach. Während der Renovierungsarbeiten 2014 und 2015 kann ein Teil der Sammlungen im Weltfriedenszentrum Verdun im Rahmen einer Großausstellung besichtigt werden, die für den 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges gezeigt wird.

In Verdun, einer dynamischen Kulturstadt, bieten die unterirdische Zitadelle und die Veranstaltung „Aus den Flammen ans Licht“ (Des Flammes…à la lumière), das größte europäische Schauspiel über den Ersten Weltkrieg ein aktuelles und pädagogisches Bild, das unseren Jüngsten einen Weg zum Verständnis dieses Konflikts eröffnen soll.

Die Argonnen

Westlich von Verdun wurde der sogenannte Minenkrieg ausgefochten. Der Argonnerwald bildet einen natürlichen Festungswall, in dem ein beeindruckendes Netz von Schützengräben und unterirdischen Gängen angelegt wurde. Die unzähligen unterirdischen Relikte der Kämpfe von 1915 in der Gegend von Haute-Chevauchée sind noch in einem außerordentlich guten Zustand erhalten. Die Anhöhe von Vauquois ist ein weiteres atemberaubendes Beispiel : Man kann zwischen Hängen von tiefen Kratern und im unterirdischen Labyrinth der Gänge der Pioniere die Überreste der Militäranlagen besichtigen. In den Argonnen liegt auch der größte amerikanische Militärfriedhof des Ersten Weltkrieges in Europa. Er erinnert an die entscheidende Rolle der amerikanischen Armee unter dem Kommando von General Pershing in den Kämpfen von 1918.

Die Schlacht von Saint-Mihiel

Im Süden von Verdun führt der deutsche Vormarsch vom September 1914 zur Einnahme von Saint-Mihiel. Im Anschluss daran greift die französische Armee erfolglos am Saillant de Saint-Mihiel an. Die Kämpfe sind heftig, vor allem auf dem Höhenzug Crête des Éparges ; zahlreiche Schriftsteller nehmen daran teil : Jean Giono, Ernst Jünger und Maurice Genevoix, Autor von Ceux de 14, überleben, aber Alain-Fournier und Louis Pergaud fallen. Le Saillant wird erst 1918 durch die amerikanische Offensive befreit, deren Andenken das Mahnmal auf der Anhöhe Butte de Montsec bewahrt.

Hinter den Fronten

Der Nachschub an Truppen und Material rollt durch das französische und deutsche Hinterland bis zu den vordersten Linien. Die Anwesenheit der Deutschen im Norden und Nordosten von Verdun hinterlässt tiefe Spuren in der Landschaft an der Meuse, insbesondere das Lager Marguerre und die Batterie Duzey, die beide als historisches Denkmal eingestuft sind. Als Logistikbasis und Lazarettbereich nimmt das französische Hinterland Millionen von Soldaten auf, die sich hier vor und nach ihren Einsätzen an vorderster Front aufhalten. Der Heilige Weg (Voie Sacrée) von Bar-le-Duc nach Verdun spielte 1916 eine wesentliche Rolle als Nachschubroute. Die als nationales Denkmal eingestufte Nationalstraße ist die einzige in ganz Frankreich, die keine Nummer trägt.