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Frankreich > Der Gedenktourismus an der Somme

Der Gedenktourismus an der Somme

Le Circuit du Souvenir de la Somme
© CDT Somme
Image locale (image propre et limitée à l'article, invisible en médiathèque)

Die Region rund um die Somme wurde von den Kämpfen des Ersten Weltkrieges tief getroffen. Die Invasion und der „Wettlauf zum Meer“ im August-September 1914, die Sommeschlacht von Juli bis November 1916 und die Schlachten in der Picardie von März bis September 1918 sind Beispiele dafür. 1916 wurde das Gebiet an der Somme zum weitläufigen weltweiten Schlachtfeld, auf dem etwa drei Millionen Soldaten aus zwanzig verschiedenen Ländern an einer Front von 45 Kilometern Länge aufeinandertrafen. Heute führt der „Rundgang der Erinnerung“ (Circuit du Souvenir), der die emblematischen Städte von Péronne bis Albert verbindet, die Besucher auf den Spuren der Kämpfe dieses internationalen Krieges, über Soldatenfriedhöfe und Mahnmale, die die Erinnerung aller Soldaten des Ersten Weltkrieges in Ehren halten.

Péronne und das Weltkriegsmuseum „Historial de la Grande Guerre“

Péronne war von den Deutschen fast während des gesamten Krieges besetzt und bietet mit seinem Historial de la Grande Guerre, dem dreisprachigen, als Musée de France eingestuften Weltkriegsmuseum von internationalem Renommee einen Zugang zum Circuit du Souvenir. Das im Jahre 1992 in das mittelalterliche Schloss der Stadt integrierte Historial ist ein gewagter zeitgenössischer Entwurf des Architekten Henri Ciriani. Das Weltkriegsmuseum eröffnet seinen Besuchern in einer thematischen und chronologischen Perspektive einen vergleichenden Blick auf die Erfahrungen der drei hauptsächlichen Kriegsparteien. Die Dauerausstellung mit den reichen Sammlungen, die aus über 1 600 Objekten bestehen, und die zahlreichen Sonderausstellungen klären den Besucher über die kulturellen, sozialen und militärischen Dimensionen des ersten bewaffneten Konfliktes von weltweiter Bedeutung auf.

Auf dem Weg nach Thiepval begegnet man Franzosen, Südafrikanern und Australiern

Einige Kilometer weiter nördlich, in Rancourt, befindet sich der größte französische Soldatenfriedhof an der Somme. Hier wurde die Kapelle der Erinnerung „Chapelle du Souvenir Français“ (Tel.: +33 3 22 85 04 47) von der Familie Bos in Erinnerung an ihren Sohn und seine am 25. September 1916 in einer Offensive gefallenen Kameraden errichtet, die die Straße Bapaume-Péronne von der deutschen Front abschneiden sollte.

Von dort aus kann sich der Besucher nach Longueval begeben, im Herzen des Waldes von Bois Delville, wo das Südafrikanische Museum und Mahnmal zur Ehrung der südafrikanischen Soldaten errichtet wurde, die am 15. Juli 1916 ihre Feuertaufe erlebten. Das Mahnmal wurde am 10. Oktober 1926 zur Erinnerung an die südafrikanischen Gefallenen aller Schlachtfelder des Ersten Weltkrieges eingeweiht. Das Museum ist auch dem Gedenken an die 25 000 freiwilligen Frauen und Männer gewidmet, die in den beiden Weltkriegen und im Koreakrieg fielen (Tel.: +33 3 22 85 02 17, www.delvillewood.com).

Nicht weit von Longueval kann man den Deutschen Soldatenfriedhof in Fricourt besichtigen, auf dem 17 027 Soldaten ihre letzte Ruhe fanden. Ungefähr tausend unter ihnen wurden zwischen Ende August 1914 und Juni 1916 getötet ; zehntausend fielen zwischen Ende Juni und Mitte November 1916 in der Sommeschlacht, und über sechsttausend in den Offensiven zwischen März und Oktober 1918. In Fricourt wurde der berühmte Manfred Freiherr von Richthofen, genannt der Rote Baron, begraben - 1921 wurde er nämlich vom französischen Gräberdienst umgebettet, 1918 war er von Australiern in Bertangles bestattet worden - bevor er 1975 in Wiesbaden seine letzte Ruhestätte fand, und nachdem er auf dem Invalidenfriedhof in Berlin bestattet wurde.

Auf dem Weg nach Thiepval kommt man auch nach Pozières, wo die australischen Truppen erstmalig in größerem Umfang in das Kriegsgeschehen eingriffen. Das Städtchen war der Schlüssel zur Einnahme der Anhöhe von Thiepval, die von den Deutschen gehalten wurde. Sehenswert: Das Panzerdenkmal, das zur Erinnerung an die ersten Panzer auf dem Schlachtfeld errichtet wurde, die Ruine des Bunkers „Gibraltar“, Mahnmal für die 1. australische Division.

Thiepval und die Erinnerung an die Briten

Thiepval ist zweifelsohne einer der erinnerungsträchtigsten Orte für die Briten. Das Französisch-Britische Mahnmal, ein Werk des Architekten Edwin Lutyens, wurde zum Gedenken an die 72 205 Männer der britischen und südafrikanischen Armeen errichtet, die zwischen Juli 1915 und März 1918 an der Somme fielen oder vermisst wurden. Mit seinen 45 Metern Höhe ist es das größte britische Kriegerdenkmal der Welt. Das Mahnmal wurde aus Ziegelsteinen gebaut, und seine 16 Säulen sind mit Platten aus Portland-Kalkstein verkleidet, auf denen die Namen der Gefallenen und Vermissten eingraviert sind. Seit 2004 bietet ein Empfangszentrum den Besuchern eine pädagogische Ausstellung über die Kämpfe des Ersten Weltkrieges, vor allem über die Sommeschlacht und Thiepval. Bildschirmterminals zeigen die Standorte von Friedhöfen oder Einzelgräbern an und ermöglichen den Besuchern, Recherchen über Soldaten auszuführen (Tel.: +33 3 22 74 60 47).

In einigen hundert Metern Entfernung vom britisch-französischen Mahnmal steht der Ulster-Turm von Thiepval. Dieses Mahnmal steht zur Ehrung der Gefallenen an der Stelle, an der am 1. Juli 1916 die Männer der Bataillone aus Ulster kämpften. Der Ulster-Turm, auch Belfast-Turm oder Helenen-Turm genannt, ist eine Kopie eines Turms im gotischen Stil, der im Park von Clandeboyne in Irland steht, wo die Ulster-Divisionen ausgebildet werden. Seine Errichtung 1921 errichtet wurde mit öffentlichen Mitteln finanziert (Tel.: +33 3 22 74 81 11).

Neufundland an der Somme: Beaumont-Hamel

Es ist nur einige Kilometer bis zum Neufundland-Mahnmal in Beaumont-Hamel. Dieses Mahnmal zeichnet mit seinen gut erhaltenen Schützengräben ein realistisches und bewegendes Bild von den Kämpfen. Das vom Landschaftsarchitekten Rodolphe Cochius gestaltete Gelände erstreckt sich über 30 Hektar und wurde 1925 eingeweiht. In seinem Herzen bietet der Gipfel der Caribou-Anhöhe, auf dem die Bronzestatue eines Karibus steht, Feldzeichen des Neufundland-Regimentes, einen Überblick über das Schlachtfeld und das Grabennetz. Kaum aus ihren Schützengräben herausgekommen gerieten die Männer des Neufundland-Regimentes am 1. Juli 1916 um 9h in hier das Feuer der deutschen Maschinengewehre. Eine halbe Stunde später zählten sie nur noch 68 Unverletzte. Alle Offiziere waren getötet oder verwundet. Dieser Angriff war einer der verlustreichsten der Sommeoffensive (Tel.: +33 3 22 76 70 86, www.vac-acc.gc.ca).

Albert und Umgebung

Auf dem Weg nach Albert kann man sich nach einem kleinen Umweg über den Minentrichter von La Boisselle beugen. Dieser von riesigen Sprengladungen erzeugte Trichter von 100 Metern Durchmesser und 30 Metern Tiefe ist der Überrest der Explosionen, die am 1. Juli 1916 den Beginn der Sommeschlacht einläuteten. Jedes Jahr wird im Rahmen des britischen Gedenktages um genau 7h28 eine Zeremonie veranstaltet, die an den Beginn der Sommeschlacht erinnert.

Die Stadt Albert, die während des gesamten Krieges unter unaufhörlichem Artilleriebeschuss lag, war bei Kriegsende nur noch ein einziges ausgedehntes Ruinenfeld. Heute beherbergt sie das Museum Somme 1916. In einem Tunnel kann der Besucher auf einer Länge von 250 Metern in 10 Metern Tiefe in die Welt der Soldaten in den Schützengräben eintauchen. Nachgestellte heldenhafte Szenen in Originalgröße überraschen durch ihr natürliches Ambiente und bringen uns die alltägliche Hölle in diesen Gräben und unterirdischen Gängen nahe. Die museale Gestaltung bringt die Objekte der reichhaltigen Sammlungen von Waffen, Material und Ausrüstungen zur Geltung, weckt Emotionen und zeigt die menschliche Dimension der Geschichte und ihre dramatische Spannung. Eine vollkommen neue „Heldengalerie“ stellt neun Persönlichkeiten vor, die den Ersten Weltkrieg geprägt haben, darunter John Mac Crae oder Sadi Lecointe (Tel.: +33 3 22 75 16 17, www.musee-somme-1916.eu).

Villers-Bretonneux : Ein Stück Australien

Das von dem Architekten Sir Edwin Lutyens gestaltete beeindruckende Australische Nationale Mahnmal Villers-Bretonneux ist das letzte große Mahnmal des Britischen Empires und des Commonwealth für den Ersten Weltkrieg, das in Frankreich errichtet wurde. In dieses Mahnmal aus weißem Stein sind die Namen der 11 000 für Frankreich gefallenen, vermissten oder unbekannt begrabenen australischen Soldaten eingemeißelt. Jedes Jahr am 25. April, dem Anzac Day wird um 5h30 der Dawn Service zelebriert, um die Soldaten zu ehren, die sich in den Schlachten der Picardie 1918 durch ihr Heldentum auszeichneten. Ein Französisch-Australisches Museum befindet sich in der ersten Etage der zwischen 1923 und 1927 mit Spendenmitteln der Schüler des australischen Bundesstaates erbauten Victoria-Schule. Das Museum zeigt die Geschichte des australischen Expeditionskorps während des Ersten Weltkrieges an der Westfront 1918 (Tel.: +33 3 22 96 80 79, www.museeaustralien.com).

Im Hinterland der Front

Im Rathaus von Doullens befindet sich der Saal des Oberbefehlshabers, der an eine entscheidende Wende der Geschichte des Ersten Weltkriegs erinnert. Am 26. März 1918 übertragen die französische und britische Regierung den Oberbefehl über die alliierten Streitkräfte an General Foch, wodurch am 8. August die Gegenoffensive ausgelöst wurde, die den Waffenstillstand vom 11. November 1918 zur Folge hatte (Tel.: +33 3 22 32 54 52, www.doullens-tourisme.com).

Auf dem Chinesischen Friedhof von Noyelles, in unmittelbarer Nähe des Lagers der chinesischen Arbeiter in Noyelles-sur-Mer gelegener Zeuge des Engagements der ausländischen Arbeiter während des Krieges, wurden die sterblichen Überreste von 849 chinesischen Arbeitern bestattet, die im Krankenhaus „Native Labour“ Krankheiten erlegen waren (Tel.: +33 3 22 25 69 94, www.ville-rue.fr).