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International > Der 100. Jahrestag des Ersten Weltrkiegs in Deutschland

Der 100. Jahrestag des Ersten Weltrkiegs in Deutschland

L'agenda culturel des événements allemands liés au centenaire de la Première Guerre mondiale.
© D.R.
Image locale (image propre et limitée à l'article, invisible en médiathèque)

Das Gedenkjahr 2014 erfährt in Deutschland eine dreifache Aufmerksamkeit. Der 100. Jahrestag des Beginns des Ersten Weltkriegs, der 75. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkriegs und der 25. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer liegen alle im Jahr 2014 !

In der deutschen Gesellschaft hat die Auseinandersetzung mit dem Zweiten Weltkrieg, mit dem Holocaust und mit der Vernichtungspolitik des Dritten Reiches seit 1945 eine besondere Rolle gespielt. Das Interesse an den Ereignissen von 1914 ist aber in den letzten Monaten deutlich gestiegen:. Bücher über den Ersten Weltkrieg werden zu Bestsellern; es vergeht kaum ein Tag, in dem die Medien das Thema nicht in der einen oder anderen Form aufgreifen.

Beeindruckend ist die Vielfalt kultureller und wissenschaftlicher Projekte. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge betreibt die Website www.100-Jahre-Erster-Weltkrieg.eu, die einen Kalender mit Veranstaltungen zum Gedenken an die Jahre 1914-1918 enthält. Hier finden sich mehrere hundert Einträge, und täglich werden es mehr. Besonders ehrgeizige Projekte haben sich das Deutsche Historische Museum in Berlin (www.dhm.de), das Militärhistorische Museum Dresden (www.mhmbw.de) , die Freie Universität Berlin (www.1914-1918-online.net), die Staatsbibliothek Berlin (www.europeana-collections-1914-1918.eu)  und die Bundeszentrale für politische Bildung („History Campus“; www.bpb.de/veranstaltungen)  vorgenommen. Die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg haben kulturelle Veranstaltungen in landesweiten Programmen zusammengefast (z.B. www.rheinland1914.lvr.de) . In der Bundeskunsthalle in Bonn läuft noch bis Februar 2014 die Ausstellung „1914 - Die Avantgarden im Kampf“ (www.bundeskunsthalle.de) . Der ehemalige Bundesaußenminister Westerwelle hat diese Ausstellung am 07. November 2013 eröffnet; seine Rede findet sich unter www.diplo.de.

Sein Nachfolger, Bundesaußenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier hat im Rahmen der Amtsübergabe am 17. Dezember 2013 die Bedeutung der Erinnerung an den 1. Weltkrieg mit folgenden Worten unterstrichen :

"Das Erinnerungsjahr 2014 wird ganz im Zeichen der "Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts" stehen, wie George Kennan den Ersten Weltkrieg genannt hat. Und ich hoffe, dass diese Erinnerung für uns zur Mahnung wird! Mahnung, was passieren kann, wenn Politiker und Diplomaten wie "Schlafwandler" in der Gegend herumirren und nicht im Entferntesten ahnen, auf welchen Abgrund sie gerade zusteuern. Hundert Jahre nach Ausbruch des 1. Weltkrieges ist unsere Welt immer noch ein gefährlicher Ort. Lassen Sie uns keine Schlafwandler sein, sondern als aufgeklärte Patrioten handeln in Verantwortung unserer Geschichte, ganz in der Tradition eines Willy Brandt und eines Hans-Dietrich Genscher ! "

Die Erinnerung an den Ersten Weltkrieg verbindet sich in Deutschland oft mit der Frage, welche Lehren für die Zukunft zu ziehen sind. Viele Projekte und Veranstaltungen wenden sich an junge Menschen, grenzüberschreitende Initiativen finden großes Interesse. Die europäische Integration ist in Deutschland bei weitem die meistgenannte Antwort auf das Versagen der Diplomatie im Sommer 1914. Besonders die deutsch-französische Freundschaft wird immer wieder angeführt als Beispiel dafür, wie die Fehler der Geschichte überwunden wurden.

Militärhistorisches Gedenken tritt demgegenüber in den Hintergrund. Nach dem Zweiten Weltkrieg dominiert in der deutschen Gesellschaft ein distanziertes Verhältnis zur eigenen militärischen Geschichte. Der Gefallenen des Ersten Weltkriegs wird jedes Jahr vor allem am Volkstrauertag im November mit Trauer und Respekt gedacht. Die Identifikation mit den „poilus“ in Frankreich, die für die Werte égalité, liberté und fraternité stehen, hat in Deutschland jedoch keine direkte Entsprechung.

Bundespräsident Gauck wird im Gedenkjahr 2014 auf nationaler und internationaler Ebene an einer Reihe von Veranstaltungen zu „1914“, „1939“ und „1989“ teilnehmen. Gleiches gilt für Mitglieder der Bundesregierung. Am gemeinsamen internationalen Gedenken an den Ersten Weltkrieg nehmen Vertreter des deutschen Staates aktiv teil. In Deutschland wird sehr positiv wahrgenommen, dass von allen internationalen Partnern Vorschläge für ein Gedenken gemacht werden, das auf eine gemeinsame Zukunft gerichtet ist.

Das Auswärtige Amt hat mit Botschafter Andreas Meitzner einen Sonderbeauftragten, der die internationalen Aktivitäten der Bundesregierung koordiniert. Dabei wird der deutsch-französischen Kooperation eine besondere Aufmerksamkeit zuteil: aus dem deutsch-französischen Kulturfonds werden eine Reihe von Projekten zum Gedenken an den 1. Weltkrieg in Drittstaaten finanziert. In Frankreich gibt es zahlreiche deutsch-französische Initiativen auf regionaler und nationaler Ebene, die zwischen der „Mission du Centenaire“ und der deutschen Botschaft in enger Abstimmung vorbereitet und begleitet werden. Die Informationen über die verschiedenen Initiativen werden in den kommenden Monaten durch Verlinkung der Webseiten noch weiter vernetzt.