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A propos des Ersten Weltkriegs > „Monumentum“ - Souvenirs aus Stein, Kreationen aus Ton Patrice Alexandre

„Monumentum“ - Souvenirs aus Stein, Kreationen aus Ton Patrice Alexandre

Patrice Alexandre
© D.R.
Image locale (image propre et limitée à l'article, invisible en médiathèque)

Anlässlich des 100. Jahrestages des Ersten Weltkrieges 2014 findet im weltbekannten Militärmuseum Musée royal de l’Armée et d’Histoire militaire im Herzen von Brüssel einen Zyklus von Sonderausstellungen unter dem Titel „Reflektion(en) des Ersten Weltkrieges“ Diese Ausstellungen lassen den Besucher mit spezifischen Themen zur Erinnerung an den ersten großen weltweiten Konflikt den Ersten Weltkrieg entdecken oder wiederentdecken. Die Gegenüberstellung von Sammelstücken und Werken zeitgenössischer Künstler, die jeweils ihre Version der Geschichte enthüllen, ruft Emotionen und Fragen hervor. Sie regt den Besucher zum Nachdenken an, ohne ihm Antworten aufzuzwingen, und trägt so zu einem besseren Verständnis der Geschichte bei.

Nach der Ausstellung „War & Game(s)“, die Spielzeug aus dem Ersten Weltkrieg und Fotografien von Virginie Cornet gegenüberstellte wirft das Königliche Armeemuseum in diesem Jahr einen anderen künstlerischen Blick auf den ersten weltweiten Konflikt. Die Ausstellung „Monumentum“ vergegenwärtigt die Gedenkbewegung zwischen den beiden Weltkriegen über Modelle, Fotos und Archivdokumente und stellt, parallel dazu, Skulpturen mit Interpretationen von französischen, belgischen und britischen Denkmälern des Ersten Weltkrieges von Patrice Alexandre aus. Die Gegenüberstellung der Originaldenkmäler mit den zeitgenössischen Kunstwerken regt den Besucher dazu an, die zur simplen Dekoration seines Alltags gewordenen historischen Monumente mit anderen Augen neu zu entdecken und sich Fragen nach der Beziehung des Künstlers zum Denkmal zu stellen, des Künstlers zur Geschichte.

Der Künstler

Der Bildhauer Patrice Alexandre lebt und arbeitet zwischen Paris und der Region Champagne-Ardennen. Von 1968 bis 1973 studiert er an der Staatlichen Hochschule für Bildende Kunst. Zwischen 1981 und 1983 ist er Stipendiat an der Französischen Akademie in Rom. Er erhält den Preis der Internationalen Biennale Budapest von 1981. Im Auftrag des Generalrates des Departements Marne zum Gedenken an den Ersten Weltkrieg besichtigt er 2001 mehrere Kriegerdenkmäler im Departement. Im Anschluss an diese Arbeit legt er an der Staatlichen Hochschule für Sozialwissenschaften EHESS mit Erfolg eine Masterarbeit über die Rolle des Bildhauers gegenüber der Erinnerung und ihrer Darstellung vor. 2008 wird er Professor an der Staatlichen Hochschule für Bildende Kunst in Paris. Mit Jacques Gamblin und David Chaillou inszeniert er die Korrespondenz von Fernand Léger während des Ersten Weltkrieges. Er schafft das Denkmal Saint-John Perse in den Gärten des Nationalen Museums für Naturgeschichte Paris und ein zweites für die Opfer der Gestapo in Reims. Patrice Alexandre ist entschlossen, seine Arbeit zum Ersten Weltkrieg fortzusetzen und beschäftigt sich heute mit belgischen und britischen Kriegsdenkmälern.

Die Ausstellung

Die Ausstellung besteht aus drei Teilen.

Der Bildungsbereich

Der Bildungsbereich bringt Aspekte ein, die zum Verständnis der Gedenkbewegung beitragen, die sich nach dem ersten globalen Konflikt und in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen auf der ganzen Welt entwickelt. Didaktische Schilder erklären dem Besucher diverse Fragen: Warum Denkmäler errichten? Wann wurden sie geschaffen? Welche Bildersprache verwenden sie? Welche künstlerische Sprache? Wie wurde die Errichtung solcher Kunstwerke finanziert?

Das enthüllte Atelier des Künstlers

Ein Teil des Ateliers von Patrice Alexandre wird nachgebildet. Der Raum schafft die Atmosphäre, in der der Künstler arbeitete, mit seinen eigenen Werkstoffen und den ihn eigenen Arbeitsweisen. Die verschiedenen Phasen von der Konzeption bis zur Fertigstellung der Interpretation eines Denkmals sind auf einem fotografischen und filmischen Storyboard dargestellt. Die in einer bewusst ungeordneten Reihenfolge vorgestellten Werke bieten einen Überblick über die Kreationen des Bildhauers, sein Werk und seine Gedanken zum Ersten Weltkrieg.

Denkmäler beantworten Fragen

Mit der Haltung des Interpreten untersucht Patrice Alexandre bei jedem Denkmal die Beziehungen des Bildhauers zum Krieg, des Denkmals zum Raum, der Sprache der Plastik zur Erinnerung, der Widmung zur Ikonographie, und gibt mit seiner Kreation eine oder mehrere Interpretationen von zehn französischen, zwölf belgischen und zwei britischen Denkmälern, die auf belgischem Boden errichtet wurden. Die zeitgenössischen Kreationen sind im Ausstellungssaal 1914-1918 direkt in die historischen Sammlungen eingebettet – eine Gegenüberstellung von Objekten mit Bezug zur kriegerischen Handlung und Objekten der Erinnerung. Das Nebeneinander der Gegenstände an einem Ort von hoher symbolischer Bedeutung mit Werken, die die Bedeutung der bildhaften Allegorien der Aufarbeitung von Erinnerungen entschleiern, wird zum Dialog. Dieser Dialog trägt zum Verständnis des auf den Ersten Weltkrieg bezogenen Kulturerbes bei, regt aber darüber hinaus auch zu Fragen und Gedanken über Krieg, Schmerz, Erinnerung oder vielmehr Gedenken an, von heute und von damals.

Das Buch

Ein dreisprachiger Bildband (Französisch, Niederländisch, Englisch), verfasst von bekannten Historikern, Experten des Ersten Weltkrieges, und Kunstsachverständigen begleitet die Ausstellung. Dieser Bildband präsentiert eine interdisziplinäre Studie über Gedenkmonumente. Historiker, Kunsthistoriker, Archäologen, Philosophen, Schriftsteller und der Künstler kommen zu Wort und versenken ihren Blick in die Frage von Gedenken und Erinnerung.

Die Busrundfahrt

Das Königliche Armeemuseum und der Verein Eguides bieten den Besuchern Führungen durch die Ausstellung Monumentum in Verbindung mit einer Busrundfahrt an, auf der sie die Brüsseler Denkmäler entdecken können.

Auf dieser Rundfahrt kommen insbesondere die belgische Infanterie und die britischen Soldaten zur Sprache (Place Poelaert), die französischen Soldaten (Parvis Notre-Dame de Laeken), die Resistance mit Gabrielle Petit (Place Saint-Jean), die Tauben als unentbehrlichen Hilfstruppen der damaligen Zeit (Square des Blindés), die zivilen Opfer (Brüsseler Friedhof), die Flieger und Ballonfahrer (Avenue Roosevelt), der Heldenmut der Regimenter (Boulevard de Dixmude).

Praktische Informationen

Ausstellung täglich geöffnet (außer montags)
von 9h00 bis 12h00 und von 13h00 bis 16h45
Eintritt frei

Musée royal de l’Armée et d’Histoire militaire
Parc du Cinquantenaire, 3
1000 Bruxelles
+ 32 (0)2 737 78 11
infocom@klm-mra.be
www.museedelarmee.be

Buchungen für die Busstrecke bei asbl Eguides
eguides.expo@gmail.com
+ 32 (0)499 21 39 85